Ursachen des Schnarchens

Die Hauptursache des Schnarchens sind verengte Atemwege

In den meisten Fällen wird Schnarchen durch verengte obere Atemwege hervorgerufen. Diese Verengung entsteht, wenn während der Nachtruhe die Muskulatur im Schlund erschlafft. Durch diese Einengung steigt die Geschwindigkeit des Atemflusses. Dies begünstigt, dass die nachts entspannte Muskulatur im Mund- und Rachenraum in Schwingung versetzt wird und der Mensch zu schnarchen beginnt.

Verengte Atemwege, welche die freie Atmung behindern, können folgende Gründe haben:

  • Schnupfen
  • Entzündung der Nasennebenhöhlen
  • Kieferfehlstellungen (z.B. verkürzter Unterkiefer)
  • Nasenpolypen
  • vergrößerte Mandeln
  • Allergien (allergischer Schnupfen)
  • Verkrümmung der Nasenscheidewand
  •  Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
  • erschlaffende Muskulatur im Nasen-, Mund-, und Rachenbereich
  • vergrößerte Nasenmuscheln

Ursachen für einfaches Schnarchen können Infektionen oder Entzündungen der oberen Atemwege sein. Diese führen zu Erkrankungen, wie Schnupfen mit angeschwollenen Nasenschleimhäuten, Erkältungen, akuten Nasennebenhöhlenentzündungen oder begünstigen auch allergische Reaktionen.

Die anatomischen Ursachen des Schnarchens liegen oft im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Dazu zählen z.B. vergrößerte Rachenmandeln, Nasenpolypen oder eine angeschwollene und somit vergrößerte Zunge. Schnarchen wird auch begünstigt durch einen verlängerten weichen Gaumen, ein zu großes Rachenzäpfchen, vergrößerte Nasenmuscheln oder eine verkrümmte Nasenscheidewand.

Warum erhöhen diese Faktoren das Risiko zu schnarchen?

Bei Schnupfen ist die Nasenatmung deutlich gestört. Das Schnarchrisiko ist somit erhöht, da bei verstopfter Nase automatisch durch den Mund geatmet wird.

Vergrößerte Gaumen- oder Rachenmandeln können zu massiven Hindernissen im Luftweg werden und können (besonders häufig bei jungen Menschen) die Ursache für die nächtliche Lärmbelästigung sein.

Nasenpolypen sind gutartige, weiche und stark wasserhaltige Wucherungen im Bereich der Nasenschleimhaut, die z.B. aus der Kieferhöhle in die Nasenhaupthöhle wachsen und so die Nasenatmung behindern.

Verantwortlich für das Schnarchen von Kindern sind meist die oben genannten Ursachen.

Ein weicher Gaumen sollte im Normalfall mit einem straffen, kleinen Rachenzäpfchen verbunden sein. Hängt der Gaumen „wie eine Art Lappen“ im Luftweg, entstehen Schwingungen, die das Schnarchgeräusch verursachen. Dies wird zusätzlich noch durch ein zu großes Zäpfchen verstärkt.

Der Zungengrund einer im Schlaf entspannten Zunge rutscht nachts oftmals schlaff in den Hals zurück und verengt oder blockiert sogar den Luftweg. Der Versuch, gegen den entstandenen Engpass zu atmen, kann dann für starke Geräuschentwicklung sorgen.

Auch Kieferfehlstellungen (besonders die ausgeprägte Rücklage des Unterkiefers) können den Luftweg verengen. Die Zunge, welche am Unterkiefer verwachsen ist, befindet sich dann im Mund- und Rachenraum zu weit hinten. Der Atemfluss wird dann durch dieser anatomischen Fehlstellung behindert.

Sonstige Ursachen für das Schnarchen

Neben den bereits beschriebenen Gründen sind jedoch die nicht-anatomischen Ursachen für das Schnarchen weitaus öfter anzutreffen. Viele davon können in Eigenregie, durch konsequentes Anpassen des Lebensstils und des Schlafverhaltens in den Griff bekommen werden.

Schnarchen tritt verstärkt auf, wenn in der Rückenlage geschlafen wird. Da die Schwerkraft natürlich auch auf Unterkiefer und Zunge wirkt, (beide fallen beim Liegen auf dem Rücken zurück) verengt sich der Luftweg. Eine andere Schlafposition, wie der Wechsel in die Seitenlage, verspricht hier Linderung.

Übergewicht ist als sehr häufige Ursache für das Schnarchen bekannt. Das Gewicht und Volumen des Körpers sind dafür verantwortlich, dass der Schlafende die notwendige Spannung nicht mehr aufrechterhalten kann. Das im Übermaß vorhandene Unterhautfettgewebe im Kopf-, Hals- und Nackenbereich wird nach innen gedrückt und somit verengt sich der Luftweg extrem. Die einzige Lösung des Problems ist das Übergewicht nach und nach abzubauen.

Alkoholkonsum schwächt die Muskelspannung. Durch zunehmend unkontrolliertes Körpergefühl und die Wirkung der „Promille“ im Kopf, lässt die Spannung des Atemschlauches nach und kann so leichter kollabieren. Beim Zusammenfallen der Weichteilstrukturen beginnt das Schnarchen. Weitgehender Verzicht auf Alkohol wird von den meisten Medizinern angeraten.

Auch die Einnahme von Medikamenten wie Schlaf- oder Beruhigungsmittel, Tranquilizer oder Psychopharmaka können die Muskelspannung reduzieren. Das Gaumensegel erschlafft, die Atmung wird gehemmt und die gefürchteten Schnarchgeräusche setzen ein. Um das zu vermeiden, sollten Schlaftabletten nur im Notfall eingenommen werden.

Ein Zusammenhang zwischen Rauchen und Schnarchen ist wissenschaftlich belegt. Die Verdickung der Schleimhäute oder eine chronisch entzündliche Schwellung durch das Rauchen gilt als eine der häufigsten Ursachen für lautes Schnarchen. Da Rauchen die Luftwege verengt, wird angeraten, den Zigarettenkonsum zu reduzieren.

Mit zunehmendem Lebensalter erschlafft das Gewebe der oberen Atemwege. Dadurch kollabieren die Weichteichstrukturen in diesem Bereich. Deshalb schnarchen ältere Menschen meist häufiger und ausgeprägter.

Meist schnarchen Männer häufiger als Frauen – zumindest in jüngeren Jahren. Das hat mehrere Gründe: Männer wiegen anatomisch bedingt meist mehr als Frauen, neigen zudem auch eher zu Übergewicht und Männer trinken im Vergleich zu Frauen deutlich mehr Alkohol. Frauen haben geschlechtsspezifisch den Vorteil, dass das weibliche Hormon Östrogen das Gewebe länger straff hält. Sobald die Östrogenproduktion während und nach den Wechseljahren nachlässt, werden auch Frauen öfter zu Schnarchern.

Während der Schwangerschaft kommen zwei Faktoren zusammen, welche die werdenden Mütter vermehrt schnarchen lassen. Durch die hormonelle Veränderung wird das Gewebe automatisch weicher, damit es die notwendige Dehnung während einer Schwangerschaft ermöglichen kann. Außerdem kommt es bei Schwangeren fast immer zu einer Gewichtszunahme durch Fett und Wassereinlagerung.

Schnarchen muss in die Diagnostik einbezogen werden

Wenn der Facharzt beispielsweise Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder Depressionen diagnostiziert, kommt man selten auf die Idee, dass diese Krankheiten im Zusammenhang mit dem Schnarchverhalten des Patienten stehen können. Mögliche Ursachen für die auftretenden Beschwerden können die Folgen von durchschnarchten Nächten, ungenügend erholsamem Schlaf und fehlender Sauerstoffversorgung durch verengte Atemwege sein. Zahlreiche Beispiele beweisen, dass Schlafstörungen durch Schnarchen unbedingt vom Patienten kommuniziert und in diagnostische Überlegungen einbezogen werden müssen. Eine Reduzierung des Schnarchens durch geeignete Mittel kann Folgeerkrankungen vorbeugen und bestehende Krankheiten oft lindern.