Schlafapnoe für immer heilen

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Sekundenschlaf kann lebensgefährlich sein

Eigentlich verbindet man mit Schlafen nur positive Aspekte. Erholsamer Schlaf ist wichtig, um körperlich und mental leistungsfähig zu bleiben. Schlaf kann jedoch auch gefährlich sein, zumindest dann, wenn es sich um den sogenannten Sekundenschlaf handelt. Tritt dieser in riskanten Situationen im Straßenverkehr auf, kann es mitunter tödlich enden. Schon wenige Sekunden können hier ausreichen, um die Kontrolle über sein Fahrzeug zu verlieren und von der Fahrbahn abzukommen. Dadurch bringt man nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer in große Gefahr. Gerade auf Autobahnen, wo man meist längere Strecken ohne größere Sinnesreize fährt und in eine gewisse Monotonie verfällt, ist das Risiko für einen Sekundenschlaf sehr hoch.

Sekundenschlaf tritt vor allem nachts auf

Die Gefahr für einen Sekundenschlaf ist immer gegeben, ob Tag oder Nacht. Nachts ist dieses Risiko jedoch aufgrund des natürlichen Biorhythmus des Körpers stark erhöht. Der Organismus ist dann auf Schlaf eingestellt, ob man ihm diesen nun gewährt oder nicht. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit erheblich, dass man für wenige Augenblicke ganz einfach abschaltet und kurz einschläft. Nächtliche Autofahrten, vor allem auf der Autobahn, sollten daher gut geplant sein. Es ist oft sehr sinnvoll, auf einem Rastplatz anzuhalten, um ein wenig zu schlafen. Die positive Wirkung von Powernapping darf nicht unterschätzt werden. Selbst 15 Minuten genügen meist, um den Körper wieder mit neuer Energie zu versorgen.

Sekundenschlaf: Auf den Körper hören und Signale deuten

Sekundenschlaf kommt zwar plötzlich und unkontrollierbar, doch es gibt durchaus einige Signale, die auf eine starke Müdigkeit hindeuten und ernst zu nehmen sind. Dann lässt sich das plötzliche Wegnicken auch verhindern. Beginnen etwa die Augen zu brennen und man verspürt das Bedürfnis, heftiger zu blinzeln, zeigt dies, dass man müde ist. Ein aufkommendes Kältegefühl, das sich im Körper breit macht, ist ebenso ein Anzeichen für aufkommende Müdigkeit. Hinzu kommen meist gesteigerte Gereiztheit und häufiges Gähnen. Spätestens wenn man die Umwelt nicht mehr wirklich wahrnimmt und einfach nur noch wie ferngesteuert fährt, sollte man tatsächlich rechts ranfahren und eine Pause auf dem nächsten Parkplatz einlegen. Alles andere wäre ein geradezu fahrlässiges Verhalten sich selbst und den anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber.

Sekundenschlaf ist auch mit offenen Augen möglich

Nicht immer müssen die Augen bei einem Sekundenschlaf komplett zufallen. Manchmal bleiben die Augen auch komplett geöffnet, wirken jedoch leer und starr. Für mögliche Beifahrer ist es dann sehr schwer, den Sekundenschlaf des Fahrers zu bemerken und entsprechend zu reagieren. Gönnt man sich nicht die benötigte Ruhe, kommt es zu einer starken Übermüdung, was oft zum gefürchteten Sekundenschlaf führt. Der Körper nimmt sich also letztlich den benötigten Schlaf. Daher ist es hier so extrem wichtig, auf die vorhergehenden Alarmsignale zu achten.

Sekundenschlaf muss zudem nicht ausschließlich bei monotonen Autofahrten auftreten, auch wenn das Risiko dafür besonders hoch ist. Generell ist diese Gefahr immer dann gegeben, wenn man lange wach war oder zu kurz geschlafen hat. Nicht nur Partynächte mit unzureichendem Schlaf sind der Grund für Übermüdung. Sehr oft sind bestimmte Erkrankungen, wie die Schlafapnoe, für das Entstehen von Sekundenschlaf verantwortlich. Diese gefährliche Schlafstörung führt zu Dauermüdigkeit und kann den Körper dazu bringen, ganz einfach für einige Sekunden abzuschalten. Sekundenschlaf trifft selbstverständlich nicht nur ältere Menschen, auch junge Erwachsene können davon betroffen sein.

Lkw-Fahrer stellen eine besondere Risikogruppe dar

Obwohl potentiell alle Autofahrer in einen Sekundenschlaf verfallen können, stellen Lkw-Fahrer eine besondere Risikogruppe dar. Dies liegt daran, dass sie meist weniger zwischen den Geschwindigkeiten wechseln als Pkw-Fahrer und somit einen wesentlich monotoneren Fahrstil pflegen. Sie überholen seltener, so dass hier weniger Anreize gesetzt werden, konzentriert zu bleiben.

Es gibt kein Gegenmittel gegen Sekundenschlaf außer Schlaf

Bemerkt man an sich die Anzeichen von starker Müdigkeit, sollte in jedem Fall angehalten werden. Ist dies nicht direkt möglich, kann es kurzfristig helfen, das Fenster zu öffnen, um frische Luft ins Fahrzeug zu lassen. Es kann auch nützlich sein, die Musik laut zu drehen oder sich mit dem Beifahrer zu unterhalten. Dies sind jedoch nur kurzfristige Gegenmaßnahmen. Hier hilf es wirklich nur, eine Pause einzulegen und an einem sicheren Standort die Augen für einige Minuten zu schließen.

Wenn man reichhaltig und schwer gegessen hat, wird man schneller müde. Stehen daher lange Autofahrten bevor, sollte man auf leichte Mahlzeiten zurückgreifen. Was die Medikamenteneinnahme betrifft, ist es ratsam, die Hinweise im Beipackzettel beachten. Eventuelle Beeinträchtigungen beim Führen von Fahrzeugen werden hier meist ausführlich erläutert. Man sollte sich im Zweifel mit seinem Arzt besprechen, da einige Medikamente müde machen und für eine verminderte Reaktionsfähigkeit sorgen können.

Auf dem Rastplatz ein Nickerchen halten

Die einzig wirksame Gegenmaßnahme, um einen Sekundenschlaf zu verhindern, ist also das Anhalten auf dem Rastplatz und ein kurzes Schläfchen. Das Nickerchen sollte jedoch nicht zu ausgedehnt sein und maximal 20 Minuten dauern, da andernfalls die Tiefschlafphase erreicht wird. Erwacht man mitten aus dieser, fühlt man sich nur noch erschöpfter und matter. Sind mehrere Personen im Auto unterwegs, kann eine längere Fahrt auch so geplant werden, dass man sich beim Fahren abwechselt. Zumindest jedoch sollten ausreichend Pausen in die Zeitplanung einberechnet werden, damit man sich nicht selbst noch unter Druck setzt, möglichst lange am Stück durchfahren zu müssen.

Den Sekundenschlaf nie unterschätzen

Sich müde ans Steuer zu setzen bzw. aufkommende Müdigkeitssignale zu ignorieren, kann schwerwiegende Folgen haben. Diesen Umstand sollte sich jeder Autofahrer bewusst machen. Ein Sekundenschlaf von fünf Sekunden bei Tempo 130 reicht aus, um 180 Meter praktisch führerlos im Fahrzeug unterwegs zu sein. Auf diesen 180 Metern im „Blindflug“ kann viel passieren. Unfälle durch Sekundenschlaf enden überdurchschnittlich oft tödlich. Der Grund hierfür ist, dass die Fahrzeuge dann meist ungebremst mit dem Gegenverkehr oder anderen Hindernissen kollidieren.

Sekundenschlaf ist kein Kavaliersdelikt

Den meisten Menschen ist bewusst, dass es strafbar ist, betrunken oder unter Drogen Auto zu fahren. Dass man sich aber auch strafbar macht wenn man aufgrund von Sekundenschlaf einen Unfall verursacht, weiß kaum jemand. Jedes Jahr entstehen in Deutschland fast 2000 Verkehrsunfälle mit Personenschäden, weil der Fahrer eingeschlafen ist. Die Dunkelziffer ist jedoch weit höher, da die Polizei nicht immer mit Sicherheit nachweisen kann, ob der Fahrer am Steuer wirklich eingeschlafen ist. Sekundenschlaf mit Unfallfolgen gehört zu den schwersten Verstößen, die das Verkehrsstrafrecht überhaupt kennt. Die Folgen sind hart: Nach § 315 c StGB (Strafgesetzbuch) drohen bis zu fünf Jahre Haft oder Geldstrafe sowie der Entzug der Fahrerlaubnis. Wer wegen einer Straßenverkehrsgefährdung verurteilt wird, setzt auch seinen Versicherungsschutz aufs Spiel. Die Kaskoversicherung kann in diesen Fall die Begleichung des eigenen Schadens verweigern. Die Haftpflichtversicherung kann sich bis zu 5.000 Euro, die sie dem Geschädigten gezahlt hat, vom Unfallverursacher zurückholen. Außerdem muss dieser dann alle Gerichts- und Anwaltskosten tragen.