Schlafapnoe für immer heilen

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Was ist Schnarchen?

“Männer müssen schnarchen, um ihre Frauen vor wilden Tieren zu schützen.” Dieses Zitat aus dem Film „Männer“ von Doris Dörrie dürfte heutzutage kaum noch zutreffend sein. Die Anzahl der gefährlichen Tiere, die sich in deutschen Schlafzimmern aufhalten und Frauen bedrohen, hat sich nämlich gegen Null entwickelt. Der männliche Beschützerinstinkt ist deshalb heute nicht mehr gefragt. Häufig droht dem gesunden Schlaf jedoch eine ganz andere Gefahr: Nämlich die des lauten Schnarchens!

Im Duden wird das Schnarchen wie folgt definiert: „beim Schlafen, meist mit geöffnetem Mund, tief ein- und ausatmen und dabei ein dumpfes, kehliges Geräusch (ähnlich einem Achlaut) von sich geben“.

Dabei ist Schnarchen sehr viel mehr. Es gilt nicht nur die unterschiedlichen Ursachen zu betrachten, die zum Schnarchen führen können. Verantwortlich für die nächtliche Lärmbelästigung sind auch Verhaltensweisen am Tag, Umwelteinflüsse, persönliche Befindlichkeiten und das Umfeld des Schlafens. Was auch immer die Ursache ist, gesundheitsschädlich ist normales Schnarchen mit einem geringen Lärmpegel in der Regel nicht.

Schnarchen – warum meist verengte Atemwege für das Schnarchen verantwortlich sind

Schnarchen deutet auf eine Verengung der Atemwege hin, die den Betroffenen das Atemholen im Schlaf erschwert. Die typischen Schnarchgeräusche entstehen bei der Anstrengung, durch die verengten Luftwege zu atmen. Dabei gerät die Luft in Schwingung und verursacht die allseits bekannten sägenden Geräusche.
Im Schlaf erschlafft die gesamte Muskulatur im Rachen und Schlund, so dass die Zunge oder das Gaumensegel die Atemwege behindern können. Durch die Entspannung der Wangenmuskeln sinkt der Unterkiefer herab. Nun atmet der Schlafende durch den Mund ein, um besser Luft zu bekommen – und schnarcht dabei.

Das Schnarchgeräusch ist in den meisten Fällen eine zwar lästige, doch an sich harmlose Begleiterscheinung der allgemeinen Entspannung während des Schlafes. Ist es jedoch besonders laut oder unregelmäßig und mit Atemaussetzern verbunden, kann es ein ernstzunehmender Hinweis auf eine obstruktive Schlafapnoe sein.

Der Kollaps der Atemwegsmuskulatur, der die Ursache für apnoisches Schnarchen ist, kann in schweren Fällen zu einem vollständigen Verschluss der Atemwege führen. Als Folge treten sekundenlange, manchmal über eine Minute andauernde Atemstillstände auf. Wird der Körper aufgrund dieser vollständigen Atemblockade nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, greift er zur Selbsthilfe. Der Schlafende wacht für einen kurzen Augenblick auf, die Muskelspannung erhöht sich wieder und die Verengung der Atemwege wird vorübergehend aufgehoben. Schläft der Betroffene abermals ein und die Muskulatur entspannt sich erneut, beginnt dieser „Teufelskreis“ wieder von vorne. Betroffene erwachen am nächsten Morgen oft unausgeruht und fühlen sich wie gerädert. Sie können sich jedoch so gut wie nie daran erinnern, dass sie in der vorherigen Nacht häufige Atemaussetzer hatten.

Nerv tötender Lärm im Schlafzimmer

Der Begriff „Schnarchen“ kommt aus dem Englischen „snore“ und wird auch mit „schnauben“ übersetzt. Genau dies bezeichnet das „knatternde Geräusch“, welches in den oberen Atemwegen des Schlafenden erzeugt wird.

Schnarchen ist in deutschen Schlafzimmern wahrscheinlich der häufigste Störfaktor eines erholsamen Schlafes. Während der Schnarchende nur selten durch seine lautstarke Atmung wach wird, kriegt sein Bettpartner oft die ganze Nacht kein Auge zu und reagiert auf Dauer sogar aggressiv, wenn das Schnarchen einfach kein Ende nimmt.

Etwa 20% – 30% aller Erwachsenen schnarchen im Schlaf. Mit zunehmendem Alter steigt die Anzahl der Schnarcher. Statistisch betrachtet schnarcht jeder zweite Mann über dem fünfzigsten Lebensjahr. Frauen schnarchen in jüngeren Jahren seltener als ihre männlichen Altersgenossen. Nach den Wechseljahren ändert sich das jedoch und sie schnarchen ebenso häufig.

Schnarchen gefährdet die Gesundheit des Partners und die Stabilität der Beziehung. Männer nehmen in den meisten Fällen das leichtere Schnarchen ihrer Partnerin nicht wahr, weil ihr Schlaf generell tiefer ist. Sobald sie sich aber von der Lautstärke gestört fühlen, wecken sie ihre Partnerin. Frauen hingegen hadern lange mit sich selbst, bevor sie vorsichtig versuchen, den Partner zu wecken oder ihn zu einer anderen Schlafposition zu bewegen. In der Konsequenz schlagen sie sich dabei selbst die Nacht um die Ohren und leiden am nächsten Tag unter dem fehlenden Schlaf. Entweder sind Frauen einfach toleranter oder sie haben bereits vor dem Problem kapituliert.

Junge Menschen sägen meist nur gelegentlich, entweder weil ein Schnupfen die Nase verstopft oder sie am Abend zu tief ins Glas geschaut haben. Denn alkoholische Getränke entspannen ja bekanntlich vor allem die Rachenmuskeln. Dann flattern Zunge, Zäpfchen und Gaumensegel in der Atemluft und knattern wie Fahnen im Wind. Der Verzicht auf den Schlummertrunk wäre in diesen Fällen schon die Lösung des Problems.

Bestimmung verschiedener Schnarchtypen

Wenn Sie in der Lage sind, das Schlafverhalten und die Schnarchgeräusche richtig einzuordnen, werden Sie relativ einfach, je nach auslösenden Faktoren, den wahrscheinlichen Schlaf- und Schnarchtyp bestimmen können. So ermitteln Sie die wirksamste Therapie (oder das geeignetste Anti-Schnarch-Produkt) im Kampf gegen das Schnarchen.

 

Nasaler Schnarcher

Schnarchgeräusch:

gleichmäßig, flattrig oder rumpelnd, grunzend (Wasserkesselpfeifen)

Selbstdiagnose:

Ist die Nasenatmung bereits im Wachzustand beeinträchtigt? – Nasenproblem liegt vor. Funktioniert die Nasenatmung am Tag problemlos? – Ursache fürs Schnarchen ist kein Nasenproblem

Begleiterscheinungen:

trockener Mund, schlechter Atem, Kopfschmerzen durch Dehydrierung

Ursache:

Verengung der Nase – anatomisch (z.B. Verkrümmung der Nasenscheidewand, zu große Nasenmuscheln etc.) oder durch Schnupfen/Allergien bedingt

 

Zungenschnarcher

Schnarchgeräusch:

tritt nur in Schüben auf; hoher Schnarchton

Selbstdiagnose:

Ist das Schnarchen auf die Rückenlage zurückzuführen? Hat der Schnarchende ein „fliehendes Kinn“? Hat er eine sehr große Zunge?

Ursache:

Rückenlage als Schlafposition

 

Mundschnarcher

Schnarchgeräusch:

gleichmäßig rumpelnd oder schlagend (schlaffes Segel im Wind)

Selbstdiagnose:

Wird mit geschlossenem Mund ebenfalls geschnarcht? ( „Nein“ = kein Mundschnarcher)

Ursache:

Verengung des Gewebes im Übergang von Mundhöhle zum Rachen

 

Rachenschnarcher mit Schlafapnoe-Gefahr

Schnarchgeräusch:

laut, unrhythmisch, gefolgt von längeren Phasen der Stille – Wiederholung

Entstehung:

Das im Schlaf erschlaffende Gewebe blockiert die Atemwege

Selbstdiagnose:

Wird unabhängig von der Körperposition (Bauch-, Rücken- oder Seitenlage) geschnarcht? („Ja“ = Rachenschnarcher); Atemaussetzer? Hochschrecken? („Ja“ = Schlafapnoe-Gefahr)

 

Schnarchen bei Kindern

Internationale Studien zeigen, dass ca. 9% aller Säuglinge und Kinder schnarchen. Mehr als die Hälfte aller Kinder zwischen dem ersten und vierten Lebensjahr schnarchen gelegentlich, davon 8% fast jede Nacht. Der prozentuale Anteil schnarchender Kinder nimmt mit steigendem Kindesalter zu. Laut Schätzungen leidet jedes fünfte schnarchende Kind unter Schlafapnoe. Jungen schnarchen in der Regel häufiger als Mädchen.

Bei Kindern kann das Schnarchen vor allem durch Übergewicht, vergrößerte Mandeln oder Polypen auftreten. Unter Schlafapnoe leidende Kinder zeigen Schwierigkeiten beim Luftholen und haben oft eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit in der Schule und beim Sport.

Das Schnarchen in der frühen Kindheit kann sich fallweise sogar nachteilig auf die kognitive Entwicklung des Kindes auswirken. Eine statistische Untersuchung bezüglich der schulischen Leistungen bei Siebt- und Achtklässlern hat folgendes gezeigt: Überdurchschnittlich viele Kinder in dieser Gruppe wiesen deutlich schlechtere Schulleistungen auf, wenn sie im Kleinkindalter schnarchten.

In seltenen Fällen können nächtliche Atmungsstörungen kleinen Kindern sogar so viel Kraft beim Atmen abverlangen, dass es zu Entwicklungsverzögerungen kommen kann.