Wie entsteht eine Schlafapnoe?

Bei Schlafapnoe handelt es sich um eine schlafbezogene Atmungsstörung, die sich durch häufige nächtliche Atemaussetzer, die über eine Minute lang sein können, bemerkbar macht. Im Schlaf kommt es vorrübergehend zum totalen Ausfall der Atmung. Dies ist dann der Fall, wenn aufgrund einer Blockade der oberen Atemwege die Atemluft nicht in die Lunge gelangen kann. Hierbei erschlaffen bestimmte Muskeln im Mund- und Rachenraum, die dafür zuständig sind im Schlaf die Zunge und den weichen, hinteren Teil des Gaumens zu stabilisieren. Dies führt dazu, dass der Luftweg verschlossen wird und das Ein- und Ausatmen dann nicht mehr möglich ist. Durch die verringerte oder unterbrochene Luftzufuhr vermindert sich der Sauerstoffgehalt im Blut und das Herz beginnt zu rasen. Der Körper reagiert und löst eine vom Gehirn gesteuerte Weckreaktion aus, die den Schlafenden vor einem plötzlichen Erstickungstod bewahrt.

Der Schlafapnoiker wacht kurz auf, holt tief Luft – verbunden mit einem explosiven Schnarchgeräusch – fällt sofort wieder in den Schlaf und atmet dann normal weiter. Jetzt bekommt der Körper wieder ausreichend Sauerstoff und der Herzschlag normalisiert sich. Dieser Ablauf kann sich bei schwergradiger Schlafapnoe bis zu sechshundert Mal in der Nacht wiederholen. Die betroffene Person selbst bemerkt diese nächtlichen Schlafunterbrechungen meist nicht bewusst. Die Atemstillstände verursachen eine defizitäre Sauerstoffsättigung im Blut. Dadurch entsteht eine unzureichende Versorgung des Gehirns und aller anderen Organe mit lebensnotwendigem Sauerstoff. Die Folge ist eine sehr starke Belastung und langfristige Schädigung des Herz- und Kreislaufsystems. Eine unbehandelte Schlafapnoe wirkt sich zudem negativ auf das tägliche Wohlbefinden und die Lebensqualität aus. Ein regelmäßiger, ruhiger und erholsamer Nachtschlaf ist bekanntermaßen entscheidend für die Gesundheit.

Folgeerscheinungen und Auswirkungen der obstruktiven Schlafapnoe (OSA)

Wissenschaftliche Studien belegen, dass bei einer nicht therapierten Schlafapnoe Stresshormone wie Kortisol und Adrenalin in erhöhten Mengen vom Körper ausgeschüttet werden. In der Folge erhöht sich der Blutdruck dauerhaft. Als Konsequenz kommt es oft zu einer ganzen Reihe von Folgeerkrankungen, die die Lebenserwartung des Apnoikers deutlich verkürzen.

Eine permanente Sauerstoffunterversorgung führt zu irreparablen Schädigungen insbesondere der Organe, die überdurchschnittlich viel Sauerstoff verbrauchen, wie Herz und Gehirn. Der eingeatmete Sauerstoff wird über die Blutbahnen durch den gesamten Körper transportiert. Beim Ausatmen werden Schadstoffe aus dem Körper emittiert. Ist dieser Prozess gestört, steigt der Kohlendioxidgehalt im Blut, was negative Folgen hat.

Besonders ernst sollten die Auswirkungen einer Schlafapnoe auf Herz, Kreislauf und Gehirn genommen werden. Chronische Gesundheitsstörungen und ernsthafte Herz- und Kreislauferkrankungen sind die dramatischen Folgen. Bei unbehandelter Schlafpanoe erhöht sich besonders im Alter das Risiko, nachts einem plötzlichen Herztod oder einem Schlaganfall zu erliegen.

Dauerhafter Sauerstoffmangel während des Schlafes führt zum Absterben von Hirnzellen und kann eine schleichende Hirnschädigung nach sich ziehen. Das gehäufte Auftreten von Stresserkrankungen wie Magengeschwüre, Tinnitus oder Hörsturz ist ebenfalls zu beobachten. Durch eine medizinisch relevante Schlafapnoe – ab fünf bis zehn Atemaussetzern pro Nacht – entstehen Stoffwechselprobleme. Bluthochdruck und eine Diabetes-Erkrankung werden begünstigt, da eine erhöhte Ausschüttung von Stresshormonen in Kombination mit gestörtem Schlaf langfristig eine abnehmende Insulinwirkung zur Folge hat. Außerdem wurde erforscht, dass Schlafapnoe in Verbindung mit einer Diabetes Typ 2-Erkrankung die Risikofaktoren für Schlaganfall, Herzinfarkt und Bluthochdruck steigern können. Je ausgeprägter die obstruktive Schlafapnoe ist, (je mehr Atempausen im Schlaf auftreten) desto höher steigt der Blutzuckerwert. Die direkten Auswirkungen der Schlafapnoe auf den Glukosestoffwechsel machen daher eine individuelle Blutzuckereinstellung viel schwieriger.

Die rein körperlichen und psychischen Probleme, die eine Schlafapnoe als Folge mit sich bringen kann, sind nicht zu unterschätzen. Wird der Schlaf kontinuierlich gestört, stellt sich als Folge Tagesmüdigkeit ein, die mit Konzentrationsstörungen und verminderter Leistungsfähigkeit einhergeht. Je nach Situation kann das zu einer wirklichen Gefahr werden. Man denke nur an den „Sekundenschlaf“ am Steuer, einen dauermüden Piloten im Cockpit, oder einen Kranführer oder Busfahrer mit hoher Verantwortung für Güter und Menschen.

Schlafapnoe kann das psychische Gleichgewicht empfindlich stören und zu emotionaler Antriebslosigkeit, dauernder Abgeschlagenheit und geistigen Erschöpfungszuständen führen. Darüber hinaus kommt es auch zu depressiven Verstimmungen, tiefen Depressionen, bis hin zu aggressiven Verhaltensstörungen und extremen Beziehungsproblemen.

Ferner wurden als Folgen einer Schlafapnoe auch Impotenz oder Libidoverlust nachgewiesen. Ein häufig unterschätztes Risiko ist, dass auch Kinder jeden Alters unter Schlafapnoe leiden können. Es kann sogar – im schlimmsten Fall – der plötzliche Kindstod durch eine Schlafapnoe verursacht werden.

Überblick – Mögliche Folgen der Schlafapnoe

  • Herzrhythmusstörungen
  • Koronare Herzkrankheit
  • Herzinfarkt
  • Herzinsuffizienz
  • plötzlicher Herztod
  • Schlaganfall
  • Gehirnschlag
  • Bluthochdruck
  • Krankhafte Verengung der Blutgefäße
  • Diabetes Typ 2
  • Magengeschwüre
  • Tinnitus, Hörsturz
  • Impotenz, Libidoverlust
  • Depressive Verstimmungen/Depressionen
  • Aggressive Verhaltensstörungen
  • Tagesmüdigkeit/Sekundenschlaf
  • Krankhafte Vermehrung der roten Blutkörperchen
  • Konzentrationsschwäche
  • Verminderte Leistungsfähigkeit

Frühzeitige und richtige Diagnose bewahrt vor den Folgen

Eine diagnostizierte Schlafapnoe kann gut und nebenwirkungsarm therapiert werden. Unabdingbar ist es jedoch, dass die Schlafapnoe rechtzeitig erkannt wird, um Folgeerkrankungen und lebensbedrohliche Auswirkungen zu verhindern oder bereits aufgetretene Beschwerden zumindest zu reduzieren.

Je mehr man auf sich selbst achtet, desto besser lassen sich die Risikofaktoren, die eine Schlafapnoe auslösen können, minimieren. Während man auf die anatomisch bedingten Faktoren selten einen Einfluss hat, kann man durch einen verantwortungsvollen, gesunden Lebenswandel durchaus vorbeugen. Je bewusster man mit der eigenen Gesundheit umgeht, desto günstiger wirkt es sich auf das persönliche Erkrankungsrisiko aus. Bewusster leben hilft vorbeugen!