Schlafapnoe als Ursache von Bluthochdruck

Eine obstruktive Schlafapnoe mit nächtlichen Atemaussetzern kann zu ernsten Gesundheitsschädigungen wie Bluthochdruck führen. In diesem Zusammenhang treten oft noch andere gesundheitliche Probleme auf, wie gestörter Fettstoffwechsel, Diabetes Typ 2 oder Depressionen. Da sich diese Krankheiten in Verbindung mit Schlafapnoe häufig gegenseitig verstärken, ist dringender Handlungsbedarf geboten.

Fachleute haben bewiesen, dass Menschen mit Schlafapnoe meist an zu hohem Blutdruck leiden. Durch mehrfache kurze Atemstillstände während des Schlafes sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut stark ab, was zur Unterversorgung des Herzens und des Gehirns führen kann. Als Alarmreaktion des Körpers werden daraufhin vermehrt kreislaufanregende Hormone ausgeschüttet. Dadurch verengen sich die Blutgefäße, was einen starken nächtlichen Blutdruckanstieg zur Folge hat. Schlafapnoe kann somit Bluthochdruck verursachen, bereits bestehenden hohen Blutdruck verschlechtern oder zu Schwierigkeiten bei der Blutdruckbehandlung führen.

Blutdruckanstieg in der Nacht durch Atemblockaden im Schlaf

Bei Menschen, die unter einer obstruktiven Schlafapnoe leiden, kommt es nachts wiederholt zum Auftreten von Atempausen und damit zur Verringerung des Atemflusses, was sie Sauerstoffkonzentration im Blut abfallen lässt. Durch die Weckreaktion des Körpers erwacht der Betroffene abrupt und beendet die Atempause durch heftiges Durchatmen. Geschieht dies mehrfach in der Nacht, wird die Qualität des Schlafes auf Dauer dramatisch verschlechtert.

Ausgelöst durch die Atemblockaden steigt der Blutdruck intervallmäßig an. Die krankhafte Blutdruckerhöhung ist abhängig von der Länge und Anzahl der Atemstillstände. Das Ausmaß der ausgelösten Sauerstoffentsättigung und die Häufigkeit der körpereigenen Weckreaktionen sind ebenfalls für die Blutdruckerhöhung verantwortlich.

Bei Patienten mit einer bereits bestehenden Bluthochdruckerkrankung beträgt der Blutdruckanstieg im Durchschnitt zwischen 8 und 15 mm Hg systolisch, und 5 bis 10 mm Hg diastolisch. Ursache hierfür ist die gestiegene Konzentration von blutgefäßverändernden körpereigenen Substanzen, die den Blutdruck regulieren. Vermehrter Ausstoß von Stresshormonen lässt den Blutdruck zusätzlich ansteigen

Medizinische Untersuchungen haben bewiesen, dass etwa 50% – 70% der Schlafapnoiker gleichzeitig unter einem dauerhaft erhöhten Blutdruck leiden und fast ein Drittel der Bluthochdruck-Patienten parallel von einer Schlafapnoe betroffen sind.

Bluthochdruck ist eine schleichende Gefahr

Da bei Bluthochdruck der Druck in den Gefäßen ständig erhöht ist, muss die Ursache für die schädlichen Werte diagnostiziert und die Krankheit umgehend behandelt werden. Dies ist dringend angeraten, um lebensbedrohliche Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu verhindern. Wird der Kreislauf täglich mit einem hohen Blutdruck konfrontiert, entsteht auf Dauer eine Überlastung des Herzens und anderer lebenswichtiger Organe. Zudem setzt die natürliche Gefäßalterung und Gefäßverkalkung vorzeitig ein und schreitet schneller fort. Diese starken Belastungen für den Organismus können zu massiven Herz- und Kreislauferkrankungen führen.

Lange Zeit fühlen sich Bluthochdruck-Patienten beschwerdefrei und sehen daher auch keine Notwendigkeit, den Blutdruck untersuchen und messen zu lassen. Erst wenn sich erste Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen und Kurzatmigkeit bei Belastung einstellen, wird die Diagnose eines Arztes als erforderlich angesehen.

Dieser wird zunächst einmal abklären, ob der Bluthochdruck durch den Lebensstil ausgelöst sein könnte. Ist Rauchen, Alkoholkonsum, falsche Ernährung oder Bewegungsmangel verantwortlich, wird der Arzt dem Patienten dringend raten, die auslösenden Faktoren selbst in den Griff zu bekommen. Auch eine familiäre Vorbelastung kann der Grund für einen erhöhten Blutdruck sein. Ergänzend zur Änderung des Lebensstils und der persönlichen Gewohnheiten kann der Bluthochdruck zusätzlich auch mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden. Eine Blutdruckerhöhung aufgrund von Schlafapnoe ist jedoch mit Tabletten schwer in den Griff zu bekommen.

Es ist problematisch, dass gefährliche Schlafstörungen wie Schlafapnoe meist nur sehr spät in die Diagnose des Bluthochdrucks einbezogen werden. Teilweise wird dieser Faktor erst dann betrachtet, wenn bereits schwere Folgeerkrankungen aufgetreten sind oder aber der Blutdruck auch nach längerer medikamentöser Behandlung nicht auf normale Werte sinkt.

Überprüfung der nächtlichen Blutsauerstoffwerte

Sind alle Ursachen für sekundären Bluthochdruck ausgeschlossen, lohnt sich hier ein Blick auf die nächtliche Sauerstoffsättigung des Blutes, weil das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom zu den vier häufigsten Verursachern dieser Problematik gehört. Trotzdem wird es zunächst oftmals vernachlässigt oder sogar vergessen die Blutsauerstoffwerte zu überprüfen. Dabei kann eine hilfreiche Diagnose bereits durch ein mobiles Monitoringgerät, das man dem Patienten für die nächtliche Sauerstoffmessung mit nach Hause gibt, erfolgen. Teilweise haben entsprechende Messungen ergeben, dass manche Patienten nachts mehrfach für einige Minuten beängstigende Sauerstoffsättigungswerte von nur 50% bis 70% hatten.

Vorbeugen, um das Gefährdungspotenzial selbst zu verringern

Von der Schlafapnoe sind in vielen Fällen übergewichtige Männer im Alter zwischen 40 und 60 Jahren betroffen. Oftmals wird die Krankheit zuerst vom Bettnachbarn entdeckt, der durch unregelmäßiges, lautes Schnarchen mit wiederkehrenden Atemaussetzern aus dem eigenen Schlaf gerissen und in seiner Nachtruhe gestört wird. Hier ist es durchaus sinnvoll, den Partner umgehend auf die Art seiner Schlafstörungen und mögliche dramatische Langzeitwirkungen, zu dem auch der Bluthochdruck mit möglichen Folgen wie Schlaganfall gehört, hinzuweisen. Tritt während des Schlafes ein kleiner Hirnschlag oder Infarkt auf, so bemerkt der Betroffene dies selbst oft nicht. Hierfür verantwortlich sind meist die schlafbezogenen Atemstillstände, welche dann unbedingt therapiert werden müssen.

Folgende Faktoren erhöhen das Risiko, an einer Schlafapnoe zu erkranken

  • hohes Übergewicht
  • Diabetes Typ 2
  • ungesunde Ernährung
  • übermäßiger Alkoholgenuss (vor allem am Abend)
  • starkes Rauchen
  • unregelmäßige Schlafenszeiten (z.B. bei Schichtarbeit)
  • zu häufige Einnahme von Schlaf- und Beruhigungsmitteln (rein pflanzliche Präparate ausgenommen)
  • erbliche Vorbelastung
  • Engstellen im Nasen-Rachen-Raum (z.B. durch vergrößerte Mandeln)
  • Kieferfehlstellungen (z.B. verkürzter Unterkiefer)
  • schwere Nasenatmung (z.B. durch Polypen)

Einige dieser Risiken kann man selbst positiv beeinflussen und somit minimieren. Dadurch wird die Schlafqualität verbessert und zusätzlich einer eventuellen Schlafapnoe vorgebeugt.